Montag, 27. April 2015

meet2respect - begegne dem anderen


Bernhard Heider ist Geschäftsführer und Gründer von Leadership Berlin - ein gemeinnütziger Verein, der sich 2011 in Berlin gegründet hat. Unter dem Motto  "begegne dem anderen" arbeitet Leadership Berlin an verschiedenen Projekten zur erweiterten Wahrnehmung von Verantwortung in der Gesellschaft. Dass es hierbei nicht nur bei leeren Worten bleibt, zeigt das Projekt meet2respect, bei dem Rabbiner und Imame gemeinsam in Schulklassen gehen, um Vorurteile abzubauen.


Sehr geehrter Herr Herr Heider, Leadership Berlin möchte die „Entscheider“ und“ Macher“ aus den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen, Branchen und Themenfeldern zusammen  bringen, um verschiedenste Themen und Herausforderungen gesellschaftlicher Art zu diskutieren. Dies geschieht unter dem Standpunkt, dass Wettbewerb, Leistungsorientierung und Förderung von Eigenengagement  und eine Gemeinwohlorientierung sowie eine gesellschaftliche Verantwortung und  ein sozialer Ausgleich sich nicht ausschließen, sondern vielmehr zu vereinbaren sind.


Können Sie kurz umreißen, wie Sie auf die Idee kamen Leadership Berlin zu gründen, worin die Notwendigkeit eines solchen Vereins besteht und für welche Ziele sich Leadership Berlin einsetzt.
Ich bin im Grunde genommen ziemlich elitenkritisch – insofern hätte ich mir vor einigen Jahren nicht vorstellen können, etwas mit „Leadership“ zu machen. Aber genau das ist vielleicht der springende Punkt – ich glaube, dass Vorurteile und Vorbehalte gegenüber Führungskräften in weiten Teilen der Bevölkerung ziemlich stark vertreten sind. Und dies teilweise zu recht. Es mangelt nicht an Beispielen für Fehlverhalten, Verantwortungslosigkeit und unzureichendem Feingespür von Entscheidungsträgern. Es gibt wissenschaftliche Analysen, die den Zusammenhang zwischen Macht und Empathiefähigkeit untersucht haben. Ergebnis ist, dass insbesondere Menschen aufsteigen, die über eine höhere Empathiefähigkeit verfügen. Gibt man Menschen allerdings Macht und Privilegien, ist die Wahrscheinlichkeit gewaltig, dass die die Empathiefähigkeit deutlich abnimmt!
Es ist allerdings zu kurz gegriffen, an Führungskräften bzw. denjenigen, die Entscheidungen treffen und „am Ball sind“, nur herumzukritisieren. Verantwortung zu übernehmen und gleichermaßen im Sinne des Arbeitsgebers, der Mitarbeiter und des Gemeinwohls Dinge voranzubringen ist mitunter verdammt schwierig. Und umso höher man aufsteigt, desto weniger kritisches Feedback erhält man mitunter, an dem man sich orientieren könnte.
Das sind im Grunde genommen die Rahmenbedingungen und Antriebsfaktoren unter denen wir Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung  2011 gegründet haben.
Aus den genannten Aspekten leiten sich im Grunde genommen unsere Ziele ab:
Wir wollen Führungskräfte eine Resonanzfläche bieten, um sich in einer Gruppe abzugleichen, die die Vielfalt der Gesellschaft mit ihren unterschiedlichen Sichtweisen wiederspiegelt, und um so an ihren Stärken, Schwächen und ihrer Empathiefähigkeit zu arbeiten. Wir wollen sie auch darin stärken, nicht den Weg des geringsten Widerstandes und der Risikominimierung zu gehen, sondern den Mut zu entwickeln, auch jenseits der eingetretenen Pfade mutig voranzugehen. Im Sinne unseres Mottos „begegne dem anderen“ wollen wir Menschen ermutigen, Verantwortung auch jenseits von formaler Autorität, Personalverantwortung, Zuständigkeit, Expertentum und Budget zu übernehmen.

Sind die eingangs erwähnten Ziele tatsächlich in Einklang zu bringen?
Meinen Sie das Bestreben, Wettbewerb, Leistungsorientierung und Förderung von Eigenengagement  auf der einen Seite und eine Gemeinwohlorientierung sowie gesellschaftliche Verantwortung und  sozialen Ausgleich auf der anderen Seite nicht als sich ausschließende Werte aufzufassen, sondern vielmehr zu vereinbaren?
„Einklang“ ist natürlich ein starkes Wort, an dem sich die Realität nur schwer messen kann. Ich möchte es einmal so ausdrücken: politisch gesehen wünscht sich ein Teil der Bevölkerung für die Gesellschaft mehr Wettbewerb, Leitungsorientierung und Eigenverantwortlichkeit und der andere Teil wünscht sich mehr sozialen Ausgleich und Gemeinwohlorientierung in der Gesellschaft. Besonders deutlich treffen diese beiden Positionen aufeinander bei der Frage, ob Strom, Gas, Wasser, Verkehrsbetriebe, Krankenversicherungen, Bildungseinrichtungen usw. besser in privatwirtschaftlicher oder in öffentlicher Hand sind. Die meisten Menschen und viele Organisationen sind in dieser Frage ziemlich klar auf der einen oder der anderen Seite positioniert.
Uns als Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V. ist wichtig, dass wir uns im Gegen-, Neben- und Miteinander von öffentlichen und privaten Organisationsformen nicht auf der einen oder anderen Seite positionieren, sondern beide Seiten gleichermaßen in unseren Weiterbildungsprogrammen als Teilnehmende und Gesprächspartner einbeziehen. Es geht darum, voneinander zu lernen, und das kann dann in der Tat darin münden, dass man sich die Stärken der anderen Seite ein wenig abschaut.
Ein konkretes Beispiel:Ein öffentliches Entsorgungsunternehmen kann das Risiko, privatisiert zu werden, deutlich reduzieren, wenn es auch im Hinblick auf Wettbewerb, Leistungsorientierung und Eigenverantwortung ganz gut aufgestellt ist.
Umgekehrt kann ein privater Stromnetzbetreiber das Risiko, dass per Volksentscheid das Netz einer Rekommunalisierung zugeführt wird, deutlich senken, wenn das Unternehmen nicht im Übermaß auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist, sondern sich als  sympathisches Unternehmen im Sinne der Kunden, der Beschäftigten wie auch des Gemeinwohls zeigt.
In diesem Sinne wollen wir Wirtschaftsunternehmen darin unterstützen, ein Stück weit sozialer zu werden und öffentliche und gemeinnützige Einrichtungen, ein Stück weit wettbewerbsorientierter.

Eines der Projekte von Leadership Berlin trägt den Namen meet2respect zum Abbau von Antisemitismus unter muslimischen Kindern und Jugendlichen.
Hat unsere Gesellschaft nicht bereits versagt, wenn es Projekte dieser Art geben muss?
Den Betriff „Versagen“ würde ich nicht in diesem Zusammenhang verwenden. Als „Versagen“ würde ich es erst bezeichnen, wenn man Probleme über viele Jahre unbeachtet lässt und in keiner Weise gegensteuert.  Allerdings halte ich es im Sinne von Integration für wenig förderlich, dass es mitunter an einer gesunden Durchmischung von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund an Schulen mangelt. Es gibt zahlreiche Schulen, in denen über 80% der Schüler „nicht-deutscher Herkunftsprache“  sind. Und einige Kilometer weiter gibt es dann Schulen, bei denen der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund gegen Null tendiert. Ich halte diese Segregation nicht für förderlich.
In Berlin haben wir alleine 30 Grundschulen, in denen über 80% der Kinder Migrationshintergrund haben und ein etwa ebenso großer Anteil mit Hartz IV aufwächst.
Was wollen wir diesen Kindern mit auf den Weg geben? Wie wollen wir sie mit unseren Werten vertraut machen?Wie wir Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund aus solcher Isolation stärker herausholen und mittels „Fördern und Fordern“ in die Lage versetzen, ihren Platz in Berufsleben und Gesellschaft zu finden – das sehe ich als eine der vordringlichsten Aufgaben unserer Gesellschaft.
Ein Projekt wie meet2respect sehe ich da als nur einen Baustein von vielen, die sinnvoll und wichtig sind.
Was war Auslöser das Projekt meet2respect ins Leben zu rufen?
Auslöser war die Mitwirkung von Rabbi Daniel Alter an unserem Collaborative Leadership Programm. Aufgrund seiner Kippa unschwer als Jude zu erkennen, wurde er 2012 von einer Gruppe türkisch- oder arabischstämmiger Jugendlicher vor den Augen seiner siebenjährigen Tochter angegriffen und zusammengeschlagen.  Wir sprachen darüber, wie er als Antisemitismus-Beauftragter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin einen Beitrag zum Abbau von Antisemitismus unter muslimischen Kindern und Jugendlichen leisten könnte.
An unseren Weiterbildungsprogrammen nimmt auch jeweils ein muslimischer Verantwortungsträger teil und so kamen wir auf die Idee, dass es besonders wirksam sein könnte, wenn Daniel Alter Schulen wie die vorhin erwähnten mit besonders hohem muslimischem Anteil besucht und dies nicht alleine, sondern sozusagen „Hand-in-Hand“ im Tandem mit einem Imam. Die beiden Religionsvertreter geben den Schülern damit ein starkes Beispiel, dass Sie sich als Andersgläubige gegenseitig schätzen oder sogar mögen und die Schüler lernen einen Vertreter jüdischen Glaubens persönlich kennen. Insbesondere der Imam stellt klar, dass aus seiner Sicht auf Grundlage des Islams der Respekt vor Andersgläubigen ganz klar geboten ist und Antisemitismus sowie allgemein Intoleranz, Diskriminierung oder gar Gewalt gegen Andersgläubige ein Fehlverhalten darstellen.

 
Ein Alleinstellungsmerkmal dieses Projekts liegt darin, dass Sie es nicht dabei belassen über das Problem zu reden, sondern versuchen aktiv mit den verschiedenen Menschen zu einer Lösung und Überwindung der Ressentiments zu gelangen. Wie stellt sich dieses Vorgehen konkret  dar?
Genau das ist unser Verständnis von Leadership:  vorhandene Probleme nicht zu ignorieren oder daran herumzukritisieren, sondern zu handeln.
Wir vermitteln ein Tandem aus jeweils einem jüdischen und einem muslimischen Religionsvertreter an eine Schulklasse. Häufig handelt es sich um Klassen, in denen es bereits antisemitische Vorfälle oder Äußerungen gab und woraufhin sich die Schulen bei uns gemeldet haben. Die beiden sprechen dort zunächst über eigene Diskriminierungserfahrungen. In einem zweiten Schritt fragen sie die Schüler, ob sie solche oder ähnliche Erfahrungen ebenfalls bereits machen mussten und in einem dritten Schritt diskutieren sie mit den Schülern darüber, dass jegliche Diskriminierung, Beschimpfung und Gewalt verurteilenswürdig ist, wie man damit umgehen kann und wie sich die Schüler ein respektvolles Miteinander vorstellen. Zuletzt können die Schüler die beiden Religionsvertreter natürlich auch nach ihren Bräuchen, Feiern und religiösen Glaubensüberzeugungen, Traditionen und Regeln fragen, wobei hier viele Gemeinsamkeiten entdeckt werden.
Auf Wunsch kann auf den Unterrichtsbesuch ein Gegenbesuch der Schulklasse in der jeweiligen Synagoge und Moschee folgen, an denen ebenfalls die beiden Religionsvertreter teilnehmen.
Was die Altersgruppe anbetrifft, so konzentrieren wir uns vor allem auf 6. Klassen. Die Schüler sind zugleich offen und reflexionsfähig, was in jüngerem oder höherem Alter meist nicht in gleichem Maße der Fall ist.
  


Hatten Sie Probleme die jeweiligen Geistlichen für das Projekt zu gewinnen?
Auf muslimischer Seite überhaupt nicht. Wir haben diesbezüglich vier muslimische Vertreter – allesamt ehemalige Teilnehmende unseres Collaborative Leadership Programms – angesprochen und alle vier waren bereit und haben ehrenamtlich Unterrichtsbesuche durchgeführt. Was die Beteiligung von Rabbinern anbetrifft, so war es schon eher schwierig, mehrere Akteure zu gewinnen. Dies lag allerdings mitunter daran, dass Daniel Alter als Antisemitismusbeauftragter der Jüdischen Gemeinde die Unterrichtsbesuche in seiner Arbeitszeit durchführen konnte und wir insofern zunächst einmal gar nicht so recht die Notwendigkeit hatten, zu einer Ausweitung weitere  Rabbiner einzubeziehen. Inzwischen haben wir allerdings auch drei weitere Rabbiner gewinnen können, die bereit sind, meet2respect-Unterrichtsbesuche durchzuführen.

Sind bereits Erfolge spürbar und wie nehmen  die Schüler und Schülerinnen das Projekt an?
Von den Lehrer/innen und Schulen haben wir bislang ausschließlich positive Rückmeldungen erhalten. Nach ihrer Einschätzung haben sich Einstellungen spürbar gewandelt und häufig werden wir in Folge von Unterrichtsbesuchen dann auch von den Parallelklassen angefragt.
Und was die Schüler anbetrifft, so sind 6.-Klässler wie beschrieben eine sehr dankbare Altersgruppe. Wenn beim Wiedersehen die beiden Religionsvertreter wie Popstars umringt und begrüßt werden , wenn sie nach den Begegnungen nach Autogrammen gefragt werden oder wenn türkische Schülerinnen den Rabbi nach dem Rezept des Schabbatbrot fragen, von dem er gerade so geschwärmt hat, dann  macht das in der Tat den Eindruck, dass die Schüler/innen ziemlich begeistert sind.

Was kann ein jeder in unserer Gesellschaft tun um aktiv gegen Vorurteile vorzugehen?
Das Motto unseres Vereins lautet „begegne dem anderen“. Der beste Weg, Vorurteile abzubauen ist nach meiner Überzeugung die Begegnung und der direkte Austausch. Das Ergebnis muss nicht gleich Freundschaft sein, aber zumindest lässt sich ein Freund-Feind-Schema oder Schwarz-Weiß-Denken in der Regel nicht aufrechterhalten.
An unseren Programmen nehmen 36 Führungskräfte aus den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft teil  – ein Drittel aus der Wirtschaft, ein Drittel aus dem öffentlichen Bereich und ein Drittel aus dem Non-Profit-Bereich. Und wie in der Gesamtgesellschaft tragen viele Vorurteile in sich -  die einen gegenüber Bankern, die anderen gegenüber Gewerkschaftlern, manche gegenüber Lobbyisten, andere gegenüber Muslimen, die einen gegenüber der Wirtschaft, die anderen gegenüber  Beamten, wiederum andere gegenüber den „Gutmenschen“ aus dem Non-Profit-Bereich.  Und genau auf Vertreter aus dem jeweiligen Bereich stoßen sie dann in unserem Programm und lernen diese kennen.Nach unseren Erfahrungen relativieren sich so manche Vorurteile, wenn man entsprechende Vertreter als Mensch persönlich kennenlernt. Und sofern sich ein Vorurteil bestätigt, weiß man zumindest besser, warum.

Am 22. März 2015 gab es im Rahmen von meet2respect eine weitere Aktion,  bei der ein Rabbiner und ein Imam  gemeinsam eine Radtour auf einem Tandem machten – ein starkes Symbol! Wie kam es hierzu? Wie wichtig ist in diesem Zusammenhang eine starke Symbolik?
Zunächst kamen auf Grundlage diverser Berichterstattung über die Schulbesuche unserer jüdisch-muslimischen Tandems die Veranstalter der Fahrradmesse „Berlin Bicycle Week“ auf uns zu mit der Frage, ob wir einen Imam und Rabbiner als Fotomotiv für die unter dem Motto „Cycling Unites“ stehende Fahrradmesse vermitteln könnten. Das haben wir gerne getan und dabei die Idee geäußert, dass es doch eigentlich eine tolle Sache wäre, wenn es gelingen könnte, ein solches Tandem nicht nur als Fotomotiv in den Sattel zu heben sondern auch  tatsächlich einige solche Tandems in Begleitung hunderter anderer Radfahrer durch die Stadt fahren zu lassen.






Die Veranstalter der Fahrradmesse brachten uns daraufhin mit Heinrich Strößenreuther von der Initiative Clevere Städte zusammen, der regelmäßig Critical-Mass-Touren mit einigen hundert Teilnehmern gegen die Diskriminierung von Radfahrern und für mehr Gleichberechtigung von Rad- und Autoverkehr organisiert. Gemeinsam haben wir dann innerhalb von zwei Wochen eine Critical Mass am 22. März organisiert. Es nahmen acht jüdisch-muslimische Tandems und ein Velotaxi teil, denen sich dann 500–600 Radfahrer anschlossen. Die Tour begann am Brandenburger Tor und umfasste 22 km – vorbei an jeweils zwei jüdischen und muslimischen Einrichtungen. Ich glaube, es war in der Tat ein schönes Zeichen.Nach den entsetzlichen Anschlägen von Paris und Kopenhagen, aber auch in Reaktion auf die PEGIDA-Demonstrationen in Dresden, wo der Anteil der Muslime gerade einmal bei 0,1% liegt, wollten wir dem ein positives  Zeichen aus Berlin für gegenseitigen Respekt und Toleranz  unter Juden und Muslimen entgegensetzen. Dass dieses Signal von Berlin ausgeht, der Stadt, in der der Holocaust geplant wurde, finde ich gerade auch aus internationaler Perspektive interessant. Erfreulicherweise wurde von vielen Fernseh- und Radiosendern, Online- und Printmedien national und international über die Tour berichtet.Die Symbolik, dass Imame und Rabbiner gemeinsam auf einem Tandem-Fahrrad – einem Symbol für Freizeit, Spaß und Verbundenheit – sitzen, fanden wir in der Tat ein sehr geeignetes Zeichen. Jungen Muslimen konnte durch dieses Symbol gezeigt werden, dass ihre Religionsvertreter keine Berührungsängste oder gar Abneigung gegenüber Rabbinern haben, sondern mit Ihnen gemeinsam „in den Sattel steigen“, „an einem Strang ziehen“ und gemeinsam Spaß haben. Und gegenüber der Mehrheitsbevölkerung konnte mit diesem Symbol dem mitunter bedienten Zerrbild von Muslimen, das Islam mitunter gleichsetzt mit Frauenfeindlichkeit, Homophobie, Antisemitismus und Extremismus, eindrucksvoll etwas entgegen gesetzt werden.

Ist bereits eine Fortsetzung von meet2respect oder gar ein neues Projekt geplant?
Was die meet2respect-Unterrichtsbesuche von Imamen und Rabbinern anbetrifft, so führen wir diese bislang rein ehrenamtlich durch. Insofern haben wir uns entschieden, die Zahl der neu hinzugenommenen Schulklassen auf eine pro Monat zu begrenzen. Sollten wir für dieses Projekt allerdings eine öffentliche oder private Förderung erhalten, würden wir es gerne deutlich ausweiten. Wir halten es in jedem Fall für sinnvoll und die  entsprechende Nachfrage ist vorhanden.Ähnlich sieht es mit einer Wiederholung der Tandem-Tour aus. Prinzipiell können wir uns eine jährliche Wiederholung mit wachsendem Umfang vorstellen. Wir sind personell allerdings schon dieses Jahr sehr an unsere Ressourcengrenze gestoßen. Insofern machen wir es davon abhängig, ob wir das im kommenden Jahr mittels Förderung oder Sponsoring durchführen könnten. Derzeit besteht unser Verein aus 1,5 Vollzeitstellen.An Ideen für Projekte mangelt es in der Tat nicht, allerdings müssen wir immer auch ein Augenmerk darauf haben, was mit gegebenen Ressourcen auch professionell machbar ist. Ich bin insofern derzeit sehr bemüht, mich hinsichtlich neuer Projekte zu bremsen.



Und natürlich noch zum Schluss die Frage, was für Sie „true spirit“ bedeutet?
Bisher habe ich ehrlich gesagt den Begriff noch nicht verwendet. Gut vorstellen darunter könnte ich mir eine Einstellung, gesellschaftliche Herausforderungen nicht als gegeben hinzunehmen oder nur herumzukritisieren, sondern eine „Macher-Einstellung“ zu haben, Dinge zum Besseren zu bewegen.

Lieber Herr Heider, haben Sie vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei Ihren zukünftigen Projekten! Mehr Informationen findet ihr unter: http://leadership-berlin.de/ oder bei Facebook

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen